Livestream als Alternative für Konzerte in Corona-Zeiten?

Livestream als Alternative für Konzerte in Corona-Zeiten?

 

Künstler und Veranstalter suchen in der Corona-Krise nach neuen Wegen.

Seit März 2020 legt die Corona-Krise Künstlern und Veranstaltern de facto ein Berufsverbot auf. Und es ist absehbar, dass Konzerte so früh wahrscheinlich nicht stattfinden werden können.

Eine richtige Alternative stellen Livestreams auch nicht dar, wie Künstler und Veranstalter inzwischen herausgefunden haben. Die Digitalisierung bietet allerdings zahlreiche Möglichkeiten. Nach Monaten des Stillstands werden diese nach und nach entdeckt.

Als erstes zu, als letztes wieder auf

Die Veranstaltungswirtschaft, sprich Messeveranstalter, aber auch Konzertveranstalter und Künstler sind neben der Gastro-Branche am stärksten von den politischen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie betroffen.Diese Branchen waren sowohl in der ersten Pandemie-Welle im Frühjahr 2020, wie auch im Herbst 2020 als erste dazu gezwungen ihre Arbeit einzustellen. Gastro-Betriebe sind seit Monaten geschlossen und die Konzertveranstalter kamen erst gar nicht dazu nach der ersten Welle richtig durchzustarten.

Konzerte, Festivals und kulturelle Veranstaltungen sind auf unabsehbare Zeit abgesagt. Vermutlich werden die Gastro-Branche und auch die Konzertveranstalter etc. die letzten sein, die ihre Arbeit wieder einigermaßen normal aufnehmen können. In den Branchen herrscht inzwischen Alarmstufe „Schwarz“.

Für den Gastro-Bereich und die Künstler scheint sich die Politik auch nicht zu interessieren. Noch immer lassen finanzielle Hilfen auf sich warten bzw. deren Auszahlung verzögert sich. Alternativen zu entwickeln ist in vielen Bereichen nicht möglich, wie in der Hotelbranche.

Und auch viele Restaurants können nicht von heute auf morgen einen Lieferservice umsetzen. Take away lohnt sich für viele Restaurants auch nicht. Und die Konzertveranstalter? Die sehen sich verzweifelt auch nach Alternativen um und fanden hier das Internet als Zufluchtsort.

Doch selbst die Organisation von Livestreams statt einem Konzert zu veranstalten erfordert ein Hygienekonzept vor Ort für die Künstler und das Team und jede Menge technisches Know-how und Equipment. Dennoch ist es einigen Künstlern gelungen Dank der Livestreams weiterhin ihr Publikum zu erreichen und im Gespräch zu bleiben, nicht zuletzt durch ihr Engagement und ihren Willen in der Krise durchzuhalten.

Jeder Fan, der über die Livestreams erreicht werden konnte, war sehr dankbar, dass ein bisschen Kultur so nach Hause gebracht wurde. Für die Künstler selbst bedeuten diese Livestreams je länger die Corona-Krise dauert, immer mehr ein Zeichen, dass die Veranstaltungswirtschaft noch existiert.

Doch Livestreams sind keine Konzerte, ersetzen diese also nicht. Von Kultur kann längst keine Rede mehr sein. Atmosphäre schaffen die Livestreams auch nicht auf Dauer. Livestreams sind einfach nur digitale Ersatz-Events, die ein richtiges Konzert aber nicht ersetzen können. Ebenso wenig wie ein die Essenbestellung nach Hause einen Restaurantbesuch ersetzen kann.

Konzept für die Zukunft?

Der Wunsch von allen Künstlern ist es natürlich wieder live vor tausenden von Menschen auf die Bühne zu steigen und zu performen. Allerdings werden in der Branche angesichts des unabsehbaren Endes der Corona-Pandemie jetzt schon hybride Events diskutiert, also weniger Zuschauer in der Halle und dafür mehr vor dem Laptop oder TV-Bildschirm.

Technisch wäre dies durchaus heute schon denkbar. Viele Künstler hadern allerdings noch mit dieser Vorstellung. Zu diesem Thema hat allerdings bereits eine Konferenz stattgefunden, die hybride Musikkonferenz Most Wanted: Music 2020. Erkannt wurde dabei: Technisch sind solche hybride Konzerte machbar.

Die Zuschauer sind sich selbst überlassen sich zu Hause ihre Konzertatmosphäre zu schaffen. Und das sehen viel Künstler und Veranstalter letztlich kritisch. Denn die Show auf der Bühne vor wenigen Zuschauern kann noch so gut sein von der Atmosphäre her. Ob die Stimmung auch in den heimischen Wohnzimmern oder Kellern überschwappt, ist fraglich.

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