Australischer Copyright-Streit sorgt für Spannung bei Google

Australischer Copyright-Streit sorgt für Spannung bei Google

 

Der Internetriese Alphabet experimentiert derzeit mit der Auflistung australischer Medien aus seiner populären Suchmaschine Google. Grund ist ein Copyright-Streit mit dem australischen Staat. Dies hätte für die Nutzer zur Folge, dass die entsprechenden Medien nicht mehr über sie Suchfunktion gefunden werden könnten.

In Australien sollen nach dem Willen der Regierung Internetkonzerne wie Google oder Facebook Gebühren an australische Medien entrichten, sofern sie deren Meldungen verbreiten. Diese Regelung soll sogar auf die Suchvorschau von Google angewendet werden.

Google soll für jeden Treffer bezahlen

Dies hätte für die Suchmaschine zur Folge, dass sie für jeden Treffer der Suche, der sich auf die Website eines australischen Medienunternehmens bezieht, eine Gebühr an den jeweiligen Verlag abtreten müsste. Die genauen Modalitäten sollen dabei laut der australischen Gesetzesinitiative zwischen Google und den Verlagen ausgehandelt werden.

Berichten zufolge scheint Google prinzipiell bereit eine entsprechende Gebühr für durch das Copyright geschütztes Material zu entrichten. Allerdings seien die von der australischen Regierung vorgegebenen Richtlinien keine Verhandlungsbasis für Google.

Vorpreschen der Regierung als Reaktion auf Krise der Medienbranche?

In Australien hat die Corona-Krise tiefe Spuren in der Medienlandschaft hinterlassen. Durch das Wegbrechen großer Anteile des lukrativen Anzeigemarkts stehen viele Zeitungen in Australien vor dem Aus.

Alleine der Verlag News Corp stellte im Corona-Jahr 2020 den Druck von 112 regionalen Titeln ein. Aber auch Magazine und sogar überregionale Zeitungen sind von der Krise betroffen. Die Medienlandschaft Australiens steht somit vor einer großen Zäsur.

Beobachter gehen deshalb davon aus, dass die australische Regierung auch vor diesem Hintergrund gegensteuern will. Durch die geplante Gesetzesänderung soll den heimischen Medien ein zusätzliches Einkommen ermöglicht werden, dass den Rückgang des Anzeigengeschäfts ausgleichen könnte.

Durch seine Drohung australische Medieninhalte in seiner Suchmaschine nicht mehr zu listen, scheint Alphabet nun die Muskeln spielen zu lassen um eine bessere Verhandlungsposition zu erreichen. Ob Google-Nutzer tatsächlich bald keine australischen Medien mehr finden können, oder ob sich alle Parteien doch noch einigen können, muss allerdings die Zukunft zeigen.

Schließlich steht für beide Seiten viel auf dem Spiel. Insbesondere australische Nutzer könnten alternative Suchmaschinen nutzen, sofern „ihre“ Medien bei Google nicht mehr auffindbar sein sollten. Für die ohnehin gebeutelten Verlage auf der anderen Seite scheint ein Streit mit Alphabet besonders gefährlich, da durch die große Marktmacht der Suchmaschine zu befürchten ist, dass ein Streit erhebliche negative Folgen für die Klickzahlen der jeweiligen Webpräsenz mit den entsprechenden Umsatzeinbußen darstellen würde.

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